Stern e.V. Verein zur Förderung alternativer Kultur und politischer Bildung Aschaffenburg

Thekenspecial: Feministische / Queere Stimmen/Ansagen in der Popmusik
9. Februar 2019
20:00

Laut polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) wurden in Deutschland 138.893 Personen Opfer von Partnerschaftsgewalt. 82% davon waren Frauen.

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/glei…42?view=DEFAULT

Einer repräsentativen Studie zufolge von 2004 ( vom Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ) haben 40% der Frauen in Deutschland haben seit ihrem 16. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt.

Dabei wird Gewalt gegen Frauen überwiegend durch Partner oder Expartner und im häuslichen Bereich verübt.

https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/ge…und-fakten.html

Was Männer und Frauen sind bzw. gesellschaftlich zu sein haben wird dagegen bereits in der vorherrschenden patriarchalen Sozialisation und Erziehung vorgegeben und mit klaren Trennnlinien zementiert.

Normal ist als erstes Heterosexualität. Eine Frau hat eine Frau zu sein und nach gängiger Lesart Objekt in zwei Richtungen. Das Objekt der Begierde ( mach Dich für die Männer schön und aufreizend) und das Objekt der Betüttelung ( Sei -wie- eine Mutter für Deinen Mann , Deine Kinder)
Beide Objektivierungen haben gravierende gesellschaftliche Auswirkungen Neben dem alltäglichen Schaulaufen durch die Öffentlichkeit / ausziehender Männerblicke stehen Frauen unter ständigem Druck, die gängigen Schönheits-Ideale zu erfüllen – die Degradierung geht hierbei bis zur Darstellung von Frauen als reine Wichsvorlagen in Werbung oder in Zeitungen wie „Prima Sonntag“. *

Auf der anderen Seite sollen Frauen – aufgrund ihrer angeblich angeborenen Sanftheit – verständnisvolle Trösterinnen für (ihren) Mann sein, ihn, die Kinder und den Rest der Familie umpflegen. Also dank zugesprochener natürlicher Begabung all die unbezahlten Care-Arbeiten in der familiären Reproduktion mitübernehmen (selbst wenn sie einen Job haben)

An diesem alten Gesellschaftsbild von Frauen als einerseits Heiligen (Mutter) und Huren hat sich trotz ein paar Frauen in Chefetagen mehr kaum etwas verändert.

Männer werden dagegen in der Regel zu Subjekten erzogen, zu Einzelkämpfern („gehe Deinen Weg“ / „Verwirkliche Dich selbst“, „Setze Dich durch“), denen Care- oder Hausarbeiten unmöglich zugemutet werden können, denen aber bei Bedarf auf ihre Wünsche zugeschnittene Frauen (tröstende Mutterfigur oder aufreizende Partnerin) zur Verfügung stehen sollen. Immer noch ein Klassiker: Boys don´t cry, they let crying.

*(inwieweit sich der Schönheits-Ideal-Druck auf als Frau sozialisierte Menschen bis zu tödlichen, selbstzerstörerischen Krankheiten wie Magersucht auswirkt und was die Männer/Frauen-Sozialisation für weitere Folgen für Beide haben, sowie zu den aktuellen Ausprägungen des Patriarchats siehe u.a.: Laurie Penny: „Unsagbare Dinge Sex, Lügen und Revolution.“

Aber Frauen, zum Teil auch Männer, sowie Menschen, die sich sowieso keinem der beiden vorgegebenen Geschlechter zuordnen lassen wollen begehren gegen diese patriarchalen, sexistischen Zustände auf.
Sei es gegen die Vorstellungen von natürlichen Eigenschaften von Männern und Frauen,die in Wirklichkeit nur anerzogen sind, sei es gegen die massive Gewalt und Ausbeutung, die sich aus dieser Sozialisation ergibt; und welche Frauen, wie auch alle anderen Menschen, die sich nicht in das Korsett einer hetero-normativen Gesellschaftsordnung und deren Erfordernisse zwängen lassen wollen, zu objektivierten Menschen zweiter Klasse macht.

Die Stimmen im Pop, die gegen patriarchale Zustände revoltieren, soll heute abend im Stern ausgiebigst Gehör verschafft werden.

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Info/Öffnungszeiten:

Freitags 20 – 4 Uhr
Nur nach Ankündigung:
Samstags und bei Vorträgen,
Konzerten oder Lesungen

Dienstags:
Spieleabend ab 19 bis ca. 22 Uhr (zweiwöchig mit Kleidertausch)

sowie bei Veranstaltungen auch an anderen Tagen
(siehe nächste Termine)

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